Wie wir unsere Angst überwinden: Die Weltlage und die Kraft des Hinschauens
- Elisabeth Armendia

- vor 1 Tag
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Stille ist kein neutraler Ort - wenn wir schweigen, wo Unrecht geschieht, überlassen wir den Schatten das Feld.
Wenn ich auf unsere Welt blicke – auf das unendliche Leid in Gaza, die Unterdrückung im Iran, die dunklen Abgründe der Epstein-Files oder die an unseren Grenzen –, dann bleibt oft nur eine tiefe, lähmende Überforderung.
Es ist ein Schmerz, der schwer in der Brust liegt und die brennende Frage aufwirft: Wie können Menschen sich das gegenseitig antun? Was bleibt von unserer Menschlichkeit übrig, wenn Macht und Gier jedes Mitgefühl ersticken?
Ich frage mich oft, wozu das alles geschieht, warum wir mit dieser geballten Dunkelheit konfrontiert werden. Doch vielleicht ist genau dieser Schmerz der Geburtskanal für eine neue Ebene unseres Bewusstseins. Vielleicht müssen die Schatten jetzt so unerträglich lang werden, damit wir endlich begreifen, dass wir uns nicht länger wegducken können.
Still zu sein ist für mich keine Option mehr, denn Schweigen ist kein neutraler Ort – Schweigen ist der Nährboden, auf dem das Grauen gedeiht.
Wir haben in der Geschichte gesehen, wohin kollektives Wegsehen führt; es hat das Dritte Reich erst ermöglicht.
Wenn wir schweigen, wo Unrecht geschieht, werden wir zu stillen Mittätern an einer Welt, die wir so nicht wollen.
Doch der größte Hebel der Unterdrückung ist die Angst – sie isoliert uns und flüstert uns ein, wir seien allein.
Der wahre Wendepunkt der Geschichte wird immer dort erreicht, wo Menschen ihre Angst durch Verbundenheit überwinden.
Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die tiefe Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als das eigene Sicherheitsgefühl:
unsere Integrität. Frieden und Freiheit werden dort geboren, wo wir erkennen, dass wir Teil einer überwältigenden Mehrheit sind, die nach Licht strebt.
In dem Moment, in dem wir uns verbinden, verliert die Dunkelheit ihre Macht, denn wir sind nicht mehr greifbar für ihre Einschüchterung.
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit den Lichtschwertern – wir, die wir an Liebe, Integrität und Frieden glauben – immer noch in der absoluten Überzahl sind. Wir sind nur oft zu leise, während der Hass laut schreit.
Ich weigere mich, den Glauben an das Gute im Menschen aufzugeben, denn genau das ist es, was die Dunkelheit will: dass wir resignieren. Ich möchte darauf vertrauen, dass dieser tiefe Riss in der Welt dazu dient, dass wir endlich bewusster werden, dass wir aufstehen und unsere Werte nicht nur predigen, sondern mit jeder Faser leben.
Wir müssen die Schmerzpunkte unserer Zeit ansprechen, um sie zu heilen.
Es geht nicht darum, die ganze Welt allein zu retten, sondern darum, die Flamme der Menschlichkeit in uns so hell brennen zu lassen, dass die Dunkelheit keinen Platz mehr findet. Wir sind die Antwort auf die Fragen dieser Zeit, und unser Licht ist die stärkste Kraft, die wir haben.
Warum wir gemeinsam die Angst überwinden und die Weltlage verändern können:
Die 3,5-%-Regel: Die Politologin Erica Chenoweth untersuchte hunderte Kampagnen des letzten Jahrhunderts. Ihr Ergebnis: Keine Regierung konnte bestehen, wenn sich nur 3,5 % der Bevölkerung aktiv und gewaltfrei für einen Wandel einsetzten. Wir brauchen keine 100 %, um die Welt zu verändern – eine entschlossene Minderheit reicht aus, um das Ganze zum Kippen zu bringen.
Biologische Kooperation: Wir sind keine „Raubtiere“. Die Evolutionsbiologie zeigt, dass der Mensch ein kooperatives Wesen ist. Unsere Spiegelneuronen zwingen uns fast zur Empathie. Grausamkeit ist oft ein Zeichen von Systemversagen oder tiefem Trauma, nicht unser biologischer Grundzustand.
Die Überwindung der Angst: Psychologisch gesehen stirbt die Angst in dem Moment, in dem wir Sichtbarkeit schaffen. Unterdrückung braucht die Anonymität und das Gefühl der Isolation. Jedes Mal, wenn wir Unrecht benennen und uns vernetzen, entziehen wir der Tyrannei die Grundlage. Sichtbarkeit ist der erste Schritt zur Heilung.
Lass uns gemeinsam sichtbar werden: Was gibt dir in diesen Zeiten Hoffnung? Schreib es mir in die Kommentare – und wenn du glaubst, dass diese Botschaft gehört werden muss, teile diesen Beitrag mit deiner Community. Jede Stimme zählt.
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